Von Treptow nach Schöneweide

Industrie-KulTour

Die Route führt die Spree flußaufwärts vorbei am Spreepark mit seinem denkmalgeschützten Eierhäuschen. 1837 war das Eierhäuschen ein beliebtes Berliner Ausflugslokal am Rande des Plänterwalds, direkt am Ufer der Spree. Heute wartet es noch auf seine denkmalgerechte Sanierung, die allerdings beschlossene Sache ist.

Gegenüber liegen das Funkhaus Berlin Nalepastrasse und der Hafen der Reederei Riedel, die auf der Rücktour näher in Augenschein genommen werden.

Kurz darauf passiert man die Einfahrt des Britzer Verbindungskanals, der wie bei der Neuköllner Tour erwähnt, zielgerade zum einzigen Ruderclub Neuköllns, die Rudergesellschaft Wiking e.V., Haarlemer Str. 45 E, 12359 Berlin führt. Standort GPS: 52.464277/ 13.456029.
Diesmal geht es jedoch weiter die Spree entlang, unter der 2018 eröffneten Minna Todenhagen Brücke hindurch bis nach Oberschöneweide.

Hier einige Infos zu Oberschöneweide:
Im Jahre 1897 wurde die 626 Einwohner zählende Gemeinde Oberschöneweide zum Hauptstadt-Ort der von Emil Rathenau gegründeten “Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft” (AEG).

Sie entstand in den 20er Jahren als Teil der „Berliner Elektropolis“ – Synonym für den Vormarsch der Elektrifizierung, die sowohl die Wirtschaft als auch das Alltagsleben grundlegend änderte. Unter der Leitung der AEG entwickelte sich auf der „schönen Weyde“ ab 1895 das „Chicago an der Spree“ – ein zukunftsweisendes Gründerzentrum und damit verbunden eine „Modellstadt der Industrie“.

Der Aufstieg begann also vor gut 120 Jahren – 1897 wurde die Kraftzentrale Oberspree in Betrieb genommen – das weltweit erste Drehstromkraftwerk. Mit der hier produzierten Energie wurde das zeitgleich gebaute Kabelwerk Oberspree (KWO) versorgt – der modernste Kabelhersteller Europas, der selbst die Londoner Untergrundbahn verkabelte. Innerhalb von wenigen Jahren entwickelte sich an der Spree der größte Stammsitz des expandierenden Konzerns – eine Industrielandschaft mit modernen, ockerfarbenen Backsteinfassaden und lichten Produktionshallen, erbaut von den bekanntesten Architekten der damaligen Zeit wie Franz Schwechten, Paul Tropp, Ernst Ziesel und Peter Behrens.

Gleich zu Beginn erreicht man die denkmalgeschützten Backsteinbauten der Rathenau Hallen, der ehemaligen Transformatorenfabrik Oberspree. Vormals Industriegelände soll hier zukünftig ein durchmischtes Stadtquartier mit Platz zum Leben und Arbeiten entstehen. In den kleinteiligeren Gebäuden des Areals haben sich heute zahlreiche Kreative, Ateliers, Studios und Galerien eingemietet. Viele von ihnen beteiligen sich aktiv an dem jährlich in Schöneweide stattfindenden Festival „Kunst am Spreeknie“.

Mit Blick von der Niederschöneweider Uferseite lässt sich erst einmal ein guter Gesamteindruck gewinnen. Doch spätestens an der Restaurant-Bar Sonnendeck mit hauseigenem Anleger am anderen Ufer lockt eine Pause. Danach paddelt es sich gleich mit sehr viel mehr Energie an der Hochschule für Techik und Wirtschaft HTW Berlin, mit der bestgelegensten Mensa der Stadt, vorbei zum überregional bekannten Peter Behrens Bau.

Der unter Denkmalschutz stehende Peter-Behrens-Bau, mit 70m hohem Turm in der Ostendstraße 1, ist ein markantes Beispiel der Industriearchitektur. nbDen repräsentativen Eingang des Gebäudes gestaltete Behrens als imposanten Lichthof, der nicht nur eine Verteilerfunktion für den Fußgängerverkehr hatte. Noch heute spürt man unwillkürlich den besonderen Geist der beeindruckenden Eingangshalle, die über vier Geschosse aufragt und von einer hohen Tageslichtdecke beleuchtet wird. (Quelle Industriesalon)

Man sollte sich hier wirklich Appetit holen für die AEG-Tour des Industriesalons (siehe unter Sehenswürdigkeiten), auch wenn es vielleicht bei dieser Tour mit Boot schlecht umzusetzen ist. Allerdings kann man im 1,5 Kilometer entfernten Köpenicker Kanu Sportclub, Weisskopfstr. 15, 12459 Berlin unter Umständen sein Boot zurücklassen und einen Ausflug für ein paar Stunden zu Fuß nach Oberschöneweide machen. Alles eine Frage der Absprache. Von hier könnte man auch einen Besuch im Volkspark Wuhlheide einplanen mit den Angeboten Kletterwald, FEZ-Berlin, Haus- Natur und Umwelt u.v.m. Details unter pro-wuhlheide.de.

Die Tour führt nun zurück entlang der Oberschöneweider Uferseite.

Am Kaisersteg befindet sich ein öffentlicher Bootsanleger, dahinter das bereits bekannte Sonnendeck – doch es warten noch andere originelle Cafés in Schöneweide. Gleich zu Beginn der Rathenauhallen konnte man schon einen Floßverleiher und das Café Kaos begutachten. Der Name ist Programm, denn dieser Bereich der Hinterhöfe ist wahrlich recht chaotisch.

Man passiert erneut die Minna Todenhagen Brücke und erreicht auf kurzem Weg das Funkhaus Berlin Nalepastrasse, welches sogar einen eigenen Bootsanleger hat. Der Gebäudekomplex gehörte einst zu den herausragenden Werken der DDR-Baukunst. Im Funkhaus wird eine neunzigminüte Führung durch die denkmalgeschützen Studios, den imposanten Saal 1 und das nicht minder imposante Foyer angeboten.

Nebenan befindet sich der Hafen der Reederei Riedel. Von dort ist es nur noch ein kurzes Stück bis zum Ausgangspunkt, der Insel der Jugend.

Ein- und evtl. auch AusstiegKanuliebe – Insel der Jugend (inklusive Bootsverleih)
Alt Treptow 6
12435 Berlin
www.kanuliebe.com

GPS-Daten:
52.486943
13.481041

Alternativ
Liegewiese an der Rummelsburger Bucht
Charlotte-Salomon-Hain 14
10317 Berlin

GPS-Daten:
52.493871
13.483539

Sehenswertes in der Umgebung

Naturerleben

  • Volks-und Waldpark Wuhlheide mit FEZ-Berlin, Kletterwald, Parkeisenbahn, Haus Natur-und Umwelt, Parkbühne Wuhlheide u.v.m.

Strecke

14 Kilometer

Dauer 
4 Stunden

Schwierigkeit
Eine kurze Tour die auch Anfänger spielend bewältigen, die aber gleichwohl viel zu bieten hat.

Übernachtung/Verein
Städtisches Wassersportheim

Übernachtung
Köpenicker Kanusportclub
Weiskopffstraße 15
12459 Berlin
Tel.: +49 30 5350103
www.kkc-berlin.de
GPS-Daten:
52.459969
13.541291

ÖPNV
S-Bahnhof Treptower Park oder Plänterwald, Bus 166, 167, 265, Haltstelle Rathaus Treptow, Bulgarische Straße

 
 

Checkliste

Damit du  für deine Tour nichts vergisst. 


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Was ist die „Gelbe Welle“?

  • Die „Gelbe Welle“ ist ein Hinweisschild mit hohem Wiedererkennungswert, das im gesamten Bundesgebiet vertrieben wird.

  • Ein Zeichen, das in Abstimmung mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt und der Wasserschutzpolizei entwickelt wurde.

  • Das Zeichen der „Gelben Welle“ ersetzt nicht das amtliche „P“ und bedingt keine rechtliche Grundlage. Es kennzeichnet vielmehr unterschiedliche privatrechtliche Angebote der Unternehmen und Vereine.

  • Eine Ausnahme bilden kommunale Sportbootliegestellen, die mit dem amtlichen „P“ gekennzeichnet sind. Bei diesen ist die zusätzliche Kennzeichnung mit der „Gelben Welle“ von Vorteil.

  • Das Schild der „Gelbe Welle“ besteht aus verschiedenen Einzel-Modulen, die über zwei Schienen miteinander in Verbindung sind. Jedes Element ist kleiner als 1m2 und daher nicht genehmigungspflichtig.